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Zander

Sabotage Füchse, der Aal der zwei mal Biss und Zander bei Vollmond

von catfish-hunter.de

Catfish-Hunter, 18.11.08

Void
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Am 11.08.2008 war es wieder soweit, Christian und ich starteten eine zwei tägige Session. Neben Waller sollte es auch noch auf Zander gehen.

Gegen 17 Uhr waren wir endlich am Wasser. Da der Wetterbericht nicht nur Sonnenschein für uns voraus gesagt hatte, bauten wir zuerst unser Bivvy auf und machten uns dann ans Köderfische stippen. Das Wasser brodelte nur so vor Rotaugen, welche zwischendurch panisch aus dem Wasser sprangen, da sie von Raubfischen gejagt wurden. Ein paar Würfe mit der Spinnrute blieben aber ohne Erfolg. Anschließend stellten wir unsere vormontierten Ruten auf und um 21 Uhr ließ ich das Baitboot zu Wasser um die Wallerruten zu platzieren. Als letztes legten wir die Zanderruten aus, machten es uns auf den Liegen bequem und vertrieben uns die Zeit mit Karten spielen. Um ca. 1 Uhr schliefen wir dann, um nach einer sehr erholsamen Nacht noch einmal richtig in die Offensive zu gehen.

Am zweiten Tag abends um 22.40 Uhr kam dann der erste Biss an einer der Zanderruten. Nachdem ich den Fisch ein paar Minuten Zeit gab den Köder zu nehmen, setzte ich den Anhieb. Nach kurzem Drill und ein paar Fluchtversuchen später lag dann ein stattlicher Zander im Kescher. Das Maßband blieb bei 90 cm stehen und die Waage pendelte sich bei 6,8 Kg ein.

 

Man hört ja immer das Zander einige Tage vor, bei und einige Tage nach Vollmond nicht beißen. Der Mond aber war fast voll und stand am sternenklarem Himmel direkt über dem Wasser. Immer wieder stelle ich fest, dass der Zander bei Vollmond sehr wohl auch beißt.

Um 23 Uhr dann der nächste Biss, diesmal bei Christian an der Zanderrute. Nach kurzer Zeit setzte er den Anschlag, doch leider riss dabei die Schnur an einer Muschelkante. Schnell die Rute wieder fertig montiert, Köderfisch dran und rein.

Beim philosophieren, ob es wohl ein Zander gewesen war, machte mein Delkim wieder auf sich aufmerksam. Diesmal lief die Schnur langsam von der Rolle im Gegensatz zu dem Zander vorher. Den Anhieb gesetzt, war sofort klar, dass es sich diesmal, aufgrund des Drills, um einen Aal handeln musste. Dann tauchte er auch schon an der Oberfläche auf und landete sicher im Kescher.

Mit Erstaunen blickten wir drein, als ich sagte, „Schau mal, den hat vorher schon mal jemand abgerissen! Da hängt noch ein Vorfach aus dem Maul, mit Wirbel und ein wenig Hauptschnur!“ Worauf wir uns das genau anschauten und zweifelsfrei feststellten, dass es das Material war, was Christian vorher, bei dem Abriss, montiert hatte. Es ist schon kurios, dass ein und derselbe Aal innerhalb von 20 Minuten zwei unterschiedliche Köder nimmt, die meterweit auseinanderliegen, obwohl er ja kurz vorher abgerissen wurde und noch das ganze Material samt Haken in sich trägt. Die Köderfische waren mit ihren 15 cm für einen Aal auch nicht gerade klein, obwohl er immer hin 78 cm maß.

 

 

Nachdem die Rute wieder ausgeworfen wurde, machten wir uns es wieder auf den Liegen bequem und unterhielten uns noch einmal über dieses eher seltene Ereignis, als mein Bissanzeiger schon wieder piepte. Aber er hörte direkt auch wieder auf. Schnell zur Rute hin, stellte ich fest, dass der Rollenbügel zugeklappt war. Sch… dachte ich mir, obwohl ich mir sicher war, dass ich den Rollenbügel aufgemacht hatte. Oder vielleicht doch nicht? Die Rute musste ich dann kontrollieren und machte sie wieder einsatzbereit. Gerade auf der Liege angekommen, gab mein Delkim schon wieder seine unwiderstehlichen pieps Laute von sich. Aber schon wieder nur kurz und dann war Schluss. Schnell hin zur Rute, schaute auf die Rolle und stellte mit Erstaunen fest, dass der Rollenbügel schon wieder zu war. So blöd konnte ich doch nicht sein, zweimal denselben Fehler, das war unmöglich. Rute wieder rein, aber nicht auf die Liege, sondern ich schaute mir das ganze aus sicherer Entfernung an. Da, was war das? Da ist doch eben ein Schatten an meiner Rute langgehuscht. Mit der Kopflampe schnell hin geleuchtet, blitzten mich zwei blau leuchtende Augen an, wie die Lampen meines Delkim Bissanzeigers. Aber schon war das Tier wieder weg, war das etwa ein Fuchs? Dann beobachtete ich das Geschehen ohne die Lampe anzumachen. Es dauerte keine 30 Sekunden, dann tauchte der das Tier wieder auf. Ich beobachtete weiter, plötzlich biss das Tier in meine Rolle und der Bissanzeiger piepte! Vor Schreck verschwand es wieder in der Dunkelheit. Dann griff ich zu meiner Digicam und als das Tier nach wenigen Sekunden wieder da war, versuchte ich es zu Fotografieren. Und tatsächlich, es war ein Fuchs. Das ganze spielte sich noch zwei, dreimal ab, bis wir dann mal die Gegend direkt um uns herum untersuchten und wir sahen, dass wir von einem Rudel Füchse umzingelt waren. Es waren bestimmt sieben bis acht Tiere, mit ein paar kleinen dazwischen. Obwohl ich bis dahin immer dachte, dass Füchse Einzelgänger sind. Entweder waren es andere Angler, die aus Neid vergangener Fangerfolge, Füchse so abgerichtet haben, das sie uns sabotieren, oder die Tierwelt wird immer bekloppter. Aber ich führe es letztendlich darauf zurück, dass durch das anködern der Köderfische, anschließend noch Fischgeruch und Schuppen im Rollenbereich waren und dadurch das umherstreunende Rudel angelockt wurde. Wir leuchteten sie dann an und bewegten und ganz vorsichtig auf sie zu, bis sie langsam den Rückzug angetreten haben. Bei Füchsen soll man ja immer vorsichtig sein, weil sie oft den Tollwutvirus in sich tragen. Das Spektakel war dann auch vorbei und sie ließen sich nicht wieder blicken.

 

 

Jetzt konnten wir uns wieder ganz dem Angeln widmen. Christian köderte einen Tauwurm an eine Posenrute an, warf rein und kurze Zeit später ging die Pose dann auch schon auf Tauchstation. Nach unspektulärem Drill, der keine 5 Sekunden dauerte, hatte sich ein Waller festgebissen der geschätzte 23 cm lang war. Das ganze wiederholte sich zwei Minuten später noch einmal.

 

 

Anschließend machten wir es uns wieder auf den Liegen bequem bis wir einschliefen. Die restliche Nacht tat sich dann nichts mehr und wir packten morgens, so gegen 9 Uhr unsere Sachen zusammen und traten den Heimweg an.

Bericht von Ruwen Koring
http://www.catfish-hunters.de